Katzengeburt begleiten: Ablauf, Anzeichen & Notfälle
Die meisten Katzengeburten verlaufen selbstständig und ohne Probleme — Katzen sind erfahrene Geburtshelferinnen ihrer eigenen Kitten. Dennoch solltest du als Züchter den normalen Ablauf genau kennen, ruhig im Hintergrund bereitstehen und Warnzeichen sicher erkennen. Vorbereitung schafft Gelassenheit: Wer weiß, was passiert und was im Notfall zu tun ist, trifft im entscheidenden Moment die richtigen Entscheidungen. Dieser Leitfaden bereitet dich umfassend vor.
Anzeichen, dass es losgeht
In den letzten Tagen sucht die Kätzin vermehrt die Wurfkiste auf und zeigt Nestbauverhalten. Kurz vor der Geburt wird sie unruhig, hört oft auf zu fressen, schnurrt auffällig, hechelt oder putzt sich intensiv im Genitalbereich. Ein Abfall der Körpertemperatur kann die Geburt ankündigen. Manche Kätzinnen suchen jetzt die Nähe ihrer Bezugsperson, andere ziehen sich lieber ganz zurück — beides ist normal.
Die drei Phasen der Geburt
- ✓Eröffnungsphase: Die Wehen beginnen, der Geburtsweg öffnet sich. Diese Phase kann einige Stunden dauern; die Kätzin ist unruhig und atmet schneller.
- ✓Austreibungsphase: sichtbare Presswehen, die Kitten kommen einzeln — meist im Abstand von Minuten bis zu ein, zwei Stunden.
- ✓Nachgeburtsphase: Nach jedem Kitten (oder wenigen Kitten) wird die Plazenta ausgestoßen. Achte darauf, dass die Zahl der Nachgeburten zur Zahl der Kitten passt.
Was die Mutter selbst erledigt
In aller Regel macht die Kätzin alles instinktiv richtig: Sie öffnet die Fruchthülle, durchtrennt die Nabelschnur und leckt jedes Kitten kräftig trocken — das regt Atmung und Kreislauf an. Danach findet das Kitten meist zügig zur Zitze. Deine Aufgabe ist es vor allem, ruhig bereitzustehen und den Ablauf zu beobachten, nicht ihn zu übernehmen.
Deine Vorbereitung: die Geburts-Box
- ✓Saubere, weiche Handtücher zum Abrubbeln (falls die Mutter ein Kitten nicht versorgt).
- ✓Eine grammgenaue Waage und Notizmaterial für das Wurfprotokoll (Zeit, Geschlecht, Farbe, Gewicht).
- ✓Die Telefonnummer deines Tierarztes und einer Notklinik mit Nachtdienst.
- ✓Wärme und absolute Ruhe — Katzen sind bei der Geburt besonders störungsempfindlich.
Wann der Tierarzt sofort muss
- ✓starke, anhaltende Wehen über längere Zeit, ohne dass ein Kitten kommt.
- ✓ein sichtbar feststeckendes Kitten, das sich nicht löst.
- ✓übelriechender, grünlicher oder stark blutiger Ausfluss.
- ✓große Erschöpfung, Apathie, Zittern oder Fieber der Kätzin.
- ✓lange Pausen, obwohl laut Röntgen noch Kitten erwartet werden.
- ✓wenn du dir unsicher bist — im Zweifel immer anrufen.
Nach der Geburt
Prüfe, ob alle Kitten warm sind, trinken und rosig aussehen, und ob die Zahl der Nachgeburten passt — bleibt eine zurück, kann das eine gefährliche Gebärmutterentzündung verursachen. Katzen brauchen jetzt vor allem Ruhe und Ungestörtheit; zu viele Besucher stören die Bindung und können die Mutter verunsichern, im schlimmsten Fall verlässt sie den Wurf.
Beobachte in den ersten Tagen Gesäuge (auf Milchstau achten), Ausfluss und Allgemeinbefinden der Mutter. Das tägliche Wiegen der Kitten beginnt jetzt und ist dein wichtigstes Frühwarnsystem.
Wurfprotokoll direkt am Wurf
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