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Katzengeburt begleiten: Ablauf, Anzeichen & Notfälle

🕐 10 Min. Lesezeit·Aktualisiert 10. Juli 2026

Die meisten Katzengeburten verlaufen selbstständig und ohne Probleme — Katzen sind erfahrene Geburtshelferinnen ihrer eigenen Kitten. Dennoch solltest du als Züchter den normalen Ablauf genau kennen, ruhig im Hintergrund bereitstehen und Warnzeichen sicher erkennen. Vorbereitung schafft Gelassenheit: Wer weiß, was passiert und was im Notfall zu tun ist, trifft im entscheidenden Moment die richtigen Entscheidungen. Dieser Leitfaden bereitet dich umfassend vor.

⚖️ Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Betreuung. Bei Anzeichen von Komplikationen kontaktiere umgehend deinen Tierarzt oder eine Tierklinik. Kläre den Ablauf einer Geburtsbegleitung vorab mit deinem Tierarzt.

Anzeichen, dass es losgeht

In den letzten Tagen sucht die Kätzin vermehrt die Wurfkiste auf und zeigt Nestbauverhalten. Kurz vor der Geburt wird sie unruhig, hört oft auf zu fressen, schnurrt auffällig, hechelt oder putzt sich intensiv im Genitalbereich. Ein Abfall der Körpertemperatur kann die Geburt ankündigen. Manche Kätzinnen suchen jetzt die Nähe ihrer Bezugsperson, andere ziehen sich lieber ganz zurück — beides ist normal.

Die drei Phasen der Geburt

  • Eröffnungsphase: Die Wehen beginnen, der Geburtsweg öffnet sich. Diese Phase kann einige Stunden dauern; die Kätzin ist unruhig und atmet schneller.
  • Austreibungsphase: sichtbare Presswehen, die Kitten kommen einzeln — meist im Abstand von Minuten bis zu ein, zwei Stunden.
  • Nachgeburtsphase: Nach jedem Kitten (oder wenigen Kitten) wird die Plazenta ausgestoßen. Achte darauf, dass die Zahl der Nachgeburten zur Zahl der Kitten passt.

Was die Mutter selbst erledigt

In aller Regel macht die Kätzin alles instinktiv richtig: Sie öffnet die Fruchthülle, durchtrennt die Nabelschnur und leckt jedes Kitten kräftig trocken — das regt Atmung und Kreislauf an. Danach findet das Kitten meist zügig zur Zitze. Deine Aufgabe ist es vor allem, ruhig bereitzustehen und den Ablauf zu beobachten, nicht ihn zu übernehmen.

Deine Vorbereitung: die Geburts-Box

  • Saubere, weiche Handtücher zum Abrubbeln (falls die Mutter ein Kitten nicht versorgt).
  • Eine grammgenaue Waage und Notizmaterial für das Wurfprotokoll (Zeit, Geschlecht, Farbe, Gewicht).
  • Die Telefonnummer deines Tierarztes und einer Notklinik mit Nachtdienst.
  • Wärme und absolute Ruhe — Katzen sind bei der Geburt besonders störungsempfindlich.

Wann der Tierarzt sofort muss

  • starke, anhaltende Wehen über längere Zeit, ohne dass ein Kitten kommt.
  • ein sichtbar feststeckendes Kitten, das sich nicht löst.
  • übelriechender, grünlicher oder stark blutiger Ausfluss.
  • große Erschöpfung, Apathie, Zittern oder Fieber der Kätzin.
  • lange Pausen, obwohl laut Röntgen noch Kitten erwartet werden.
  • wenn du dir unsicher bist — im Zweifel immer anrufen.

Nach der Geburt

Prüfe, ob alle Kitten warm sind, trinken und rosig aussehen, und ob die Zahl der Nachgeburten passt — bleibt eine zurück, kann das eine gefährliche Gebärmutterentzündung verursachen. Katzen brauchen jetzt vor allem Ruhe und Ungestörtheit; zu viele Besucher stören die Bindung und können die Mutter verunsichern, im schlimmsten Fall verlässt sie den Wurf.

Beobachte in den ersten Tagen Gesäuge (auf Milchstau achten), Ausfluss und Allgemeinbefinden der Mutter. Das tägliche Wiegen der Kitten beginnt jetzt und ist dein wichtigstes Frühwarnsystem.

Wurfprotokoll direkt am Wurf

Geburtszeit, Geschlecht, Farbe und Gewicht jedes Kittens sofort erfassen — WurfDesk führt das Wurfprotokoll digital.

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Häufige Fragen

Muss ich bei der Katzengeburt eingreifen?
Meist nicht. Katzen gebären in der Regel selbstständig. Greif nur ein, wenn die Mutter ein Kitten vernachlässigt, die Fruchthülle nicht öffnet oder eine Notlage besteht — und kläre das Vorgehen vorab mit dem Tierarzt.
Wie lange dauert eine Katzengeburt?
Sehr unterschiedlich, von wenigen Stunden bis zu einem Tag. Zwischen den einzelnen Kitten liegen meist Minuten bis wenige Stunden.
Was ist das wichtigste Warnzeichen?
Anhaltende, kräftige Wehen ohne Geburtsfortschritt sowie übelriechender oder auffälliger Ausfluss sind Alarmsignale — dann sofort zum Tierarzt.
Brauchen Katzen viel Ruhe bei der Geburt?
Ja, besonders. Katzen sind sehr störungsempfindlich. Eine ruhige, geschützte Wurfkiste und wenig Trubel sind wichtig für einen entspannten Verlauf — sonst kann die Mutter den Wurf sogar verlassen.
Warum muss ich die Nachgeburten zählen?
Weil eine zurückgebliebene Plazenta eine gefährliche Gebärmutterentzündung auslösen kann. Passt die Zahl der Nachgeburten nicht zur Zahl der Kitten, ist tierärztlicher Rat gefragt.

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