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Die Geburt begleiten: Ablauf, Anzeichen & Notfälle

🕐 11 Min. Lesezeit·Aktualisiert 10. Juli 2026

Die meisten Geburten verlaufen ohne Komplikationen — doch als Züchter musst du den normalen Ablauf genau kennen, ruhig begleiten und Warnzeichen sofort erkennen. Vorbereitung ist alles: Wer weiß, was passiert und was im Notfall zu tun ist, bleibt gelassen und trifft im entscheidenden Moment die richtigen Entscheidungen.

⚖️ Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Betreuung. Bei Anzeichen von Komplikationen kontaktiere umgehend deinen Tierarzt oder eine Tierklinik. Kläre den Ablauf einer Geburtsbegleitung vorab mit deinem Tierarzt.

Die drei Phasen der Geburt

Eine normale Geburt (Partus) läuft in drei Phasen ab, die bei mehreren Welpen ineinandergreifen:

  • Eröffnungsphase: Unruhe, Hecheln, Zittern, Nestbau, oft Appetitlosigkeit; der Muttermund öffnet sich. Kann mehrere Stunden bis zu einem Tag dauern.
  • Austreibungsphase: sichtbare Presswehen, die Welpen kommen einzeln — meist im Abstand von wenigen Minuten bis zu ein, zwei Stunden. Kopf- und Steißlage sind beide normal.
  • Nachgeburtsphase: nach jedem Welpen (oder wenigen Welpen) wird die Plazenta ausgestoßen. Achte darauf, dass die Zahl der Nachgeburten zur Welpenzahl passt.

Vorbereitung: die Geburts-Box

Stelle rechtzeitig eine „Geburts-Box" zusammen, damit du im Ernstfall nicht suchen musst:

  • Viele saubere, trockene Handtücher zum Abrubbeln der Welpen.
  • Eine grammgenaue Waage und Notizmaterial für das Wurfprotokoll.
  • Einweghandschuhe, Desinfektionsmittel, sterile Kompressen.
  • Die Telefonnummer deines Tierarztes und einer Notklinik mit Nachtdienst — griffbereit.
  • Wärmequelle mit Rückzugsmöglichkeit für die Welpen (kein direkter Hitzestau).

Deine Aufgaben während der Geburt

Meist erledigt die Mutter alles selbst: Sie öffnet die Fruchthülle, durchtrennt die Nabelschnur und leckt den Welpen trocken, was die Atmung und den Kreislauf anregt. Greif nur ein, wenn es nötig ist — etwa wenn sie die Hülle nicht rechtzeitig öffnet oder einen Welpen ignoriert.

Wiege jeden Welpen direkt nach der Geburt und notiere Uhrzeit, Geschlecht, Farbe und Gewicht. Prüfe, ob er kräftig atmet, rosig ist und zügig zur Zitze findet. Ruhe bewahren und die Mutter machen lassen ist meist die beste „Hilfe".

Alarmsignale: wann der Tierarzt sofort muss

Eine Geburtsstörung (Dystokie) ist ein Notfall. Kontaktiere sofort tierärztliche Hilfe bei:

  • starken, anhaltenden Presswehen über 30–60 Minuten, ohne dass ein Welpe kommt.
  • grün-schwärzlichem Ausfluss, bevor der erste Welpe geboren ist (Hinweis auf vorzeitige Plazentalösung).
  • einem sichtbar feststeckenden Welpen, der sich nicht löst.
  • sichtlicher Erschöpfung, Apathie, Zittern (Kalziummangel) oder Fieber der Hündin.
  • mehr als etwa zwei bis drei Stunden Pause, obwohl laut Röntgen noch Welpen erwartet werden.
  • stark blutigem Ausfluss oder wenn du dir unsicher bist — im Zweifel immer anrufen.

Nach der Geburt

Prüfe, ob alle Welpen an der Zitze trinken, warm und rosig sind. Kontrolliere die Zahl der Nachgeburten — bleibt eine zurück, kann das zu einer gefährlichen Gebärmutterentzündung führen. Halte die Mutter warm, ruhig und ungestört; ständige Besucher sind jetzt fehl am Platz.

Beobachte in den ersten Tagen Gesäuge (auf Milchstau und Entzündung achten), Ausfluss und Allgemeinbefinden der Mutter. Das tägliche Wiegen der Welpen beginnt jetzt und ist dein wichtigstes Frühwarnsystem.

Wurfprotokoll direkt am Wurf

Geburtszeit, Geschlecht, Farbe und Gewicht jedes Welpen sofort erfassen — WurfDesk führt das Wurfprotokoll digital und übersichtlich.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert eine normale Geburt?
Sehr unterschiedlich — von wenigen Stunden bis zu einem ganzen Tag, je nach Welpenzahl. Zwischen den einzelnen Welpen liegen meist Minuten bis wenige Stunden.
Muss ich die Nabelschnur durchtrennen?
In der Regel übernimmt das die Mutter. Nur wenn sie es nicht tut, wird die Nabelschnur einige Zentimeter vom Bauch entfernt abgebunden und durchtrennt — lass dir das Vorgehen vorab vom Tierarzt zeigen.
Was ist das wichtigste Warnzeichen?
Anhaltende, kräftige Wehen ohne Geburtsfortschritt sowie grünlicher Ausfluss vor dem ersten Welpen sind klare Alarmsignale — dann sofort zum Tierarzt.
Darf ich bei der Geburt eingreifen?
So wenig wie möglich. Die Mutter macht das meiste instinktiv richtig. Eingreifen nur, wenn sie die Fruchthülle nicht öffnet, einen Welpen vernachlässigt oder eine Notlage besteht.
Wie erkenne ich, dass die Geburt vorbei ist?
Wenn die Hündin zur Ruhe kommt, sich entspannt um die Welpen kümmert und keine Wehen mehr zeigt — idealerweise abgeglichen mit der zuvor per Röntgen bestimmten Welpenzahl.

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