Ernährung des Muttertiers in Trächtigkeit & Säugezeit
Kein Lebensabschnitt fordert den Körper einer Hündin so sehr wie Trächtigkeit und Säugezeit. Die richtige Ernährung entscheidet mit über die Gesundheit von Mutter und Welpen, über die Milchmenge und über die Erholung nach dem Wurf. Dieser Ratgeber zeigt phasengenau, wie du das Muttertier optimal versorgst — und welche Fehler du unbedingt vermeidest.
Vor der Trächtigkeit: die richtige Ausgangsbasis
Die Ernährung beginnt nicht mit der Deckung, sondern davor. Eine Hündin sollte zum Deckzeitpunkt weder zu dünn noch übergewichtig sein — beides beeinträchtigt Fruchtbarkeit, Trächtigkeit und Geburt. Ein gutes Ausgangsgewicht und ein hochwertiges Grundfutter schaffen die beste Basis für einen gesunden Wurf.
Erste Trächtigkeitshälfte: noch Erhaltungskost
In den ersten Wochen wächst der Nährstoffbedarf kaum — die Föten sind winzig. Eine abrupte Überversorgung ist in dieser Phase eher schädlich als nützlich und fördert nur unerwünschtes Fett. Halte das gute Ausgangsgewicht und die hochwertige Fütterung; die Steigerung kommt bewusst später.
Zweite Hälfte: der Bedarf steigt deutlich
Ab etwa der fünften bis sechsten Woche wachsen die Föten rasant, und der Energie- und Nährstoffbedarf klettert spürbar nach oben — gegen Ende der Trächtigkeit deutlich über den Erhaltungsbedarf hinaus. Jetzt ist die Umstellung auf ein energie- und nährstoffreiches Futter sinnvoll; häufig eignet sich ein hochwertiges Welpen- oder Zuchtfutter, das die nötige Nährstoffdichte mitbringt.
Weil der wachsende Bauch immer weniger Platz für große Mahlzeiten lässt, verteilst du die Tagesration am besten auf mehrere kleine Portionen. So bleibt die Verdauung ruhig und die Nährstoffversorgung konstant.
Säugezeit: der absolute Höhepunkt des Bedarfs
Während der Laktation ist der Energiebedarf am allergrößten — je nach Wurfgröße kann er ein Mehrfaches des normalen Erhaltungsbedarfs erreichen, in der dritten bis vierten Woche der Säugezeit ist die Spitze oft erreicht. Die Milchbildung zieht enorm viel Energie, Eiweiß und Flüssigkeit.
- ✓Hochwertiges, energiereiches Futter — in dieser Phase oft zur freien Verfügung, damit die Hündin ihren Bedarf decken kann.
- ✓Ständiger Zugang zu frischem Wasser, da die Milchbildung viel Flüssigkeit bindet.
- ✓Mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt, um die großen Futtermengen überhaupt aufnehmbar zu machen.
Vorsicht Kalzium: Eklampsie vermeiden
Ein wichtiger und oft missverstandener Punkt: Eine unkontrollierte Kalziumgabe während der Trächtigkeit kann den Kalziumhaushalt so stören, dass rund um die Geburt und in der frühen Säugezeit eine lebensbedrohliche Kalziummangel-Tetanie (Eklampsie) auftritt — mit Zittern, Unruhe und Krämpfen. Nahrungsergänzungen, insbesondere Kalzium, gehören deshalb ausschließlich nach tierärztlicher Rücksprache eingesetzt. Ein hochwertiges, ausgewogenes Zuchtfutter deckt den Bedarf in der Regel ab.
Nach dem Absetzen: zurück zur Erhaltung
Wenn die Welpen abgesetzt sind, sinkt der Bedarf wieder. Führe die Ration dann schrittweise auf das normale Erhaltungsniveau zurück, um Übergewicht zu vermeiden. Beobachte die Körperkondition der Hündin während der gesamten Zeit — weder Abmagern in der Säugezeit noch Verfetten danach ist erwünscht.
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