Deckkater auswählen: Kriterien für die Katzenzucht
Der Deckkater prägt die halbe Genetik des Wurfs — seine Auswahl entscheidet maßgeblich über Gesundheit, Typ und Wesen der Kitten. Neben den üblichen Gesundheits-, Genetik- und Wesenskriterien spielen bei der Katze einige Besonderheiten eine zentrale Rolle: Infektionstests, die Blutgruppen-Verträglichkeit und die Erfahrung des Katers. Dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, worauf du bei der Auswahl achtest und wie du die Deckung fair regelst.
Ergänzung statt Kopie
Wie in jeder Zucht gilt: Der Kater soll die Stärken deiner Kätzin bewahren und ihre Schwächen ausgleichen — bei möglichst geringer Verwandtschaft. Am Anfang steht deshalb die ehrliche Analyse deiner Kätzin: Wo ist sie typvoll und stark, wo hat sie Verbesserungsbedarf, körperlich wie im Wesen?
Erst wenn du weißt, was der Wurf braucht, suchst du gezielt einen Kater, der genau das mitbringt. Titel und Aussehen allein sind kein Auswahlkriterium — der passendste Kater ist selten der bekannteste.
Gesundheit & Infektionstests
Beim Deckkater sind aktuelle Tests auf die relevanten Infektionskrankheiten (u. a. FeLV, FIV) besonders wichtig — der Deckakt ist ein direkter Übertragungsweg, und ein infizierter Kater kann eine ganze Zucht gefährden.
Dazu kommen rassespezifische Gentests sowie, je nach Rasse, ein HCM-Herzultraschall und eine PKD-Nierenuntersuchung. Ein seriöser Katerbesitzer legt all diese Ergebnisse unaufgefordert offen — und verlangt im Gegenzug dieselben Nachweise von deiner Kätzin.
Blutgruppen-Verträglichkeit beachten
Eine katzentypische Besonderheit, die es beim Hund so nicht gibt: Passt die Blutgruppen-Kombination von Kätzin und Kater nicht zusammen, droht bei den Kitten die neonatale Isoerythrolyse. Dabei bildet die Mutter über die erste Muttermilch (Kolostrum) Antikörper gegen die Blutgruppe ihrer eigenen Kitten — für die betroffenen Kitten lebensbedrohlich.
Deshalb gehört die Blutgruppenbestimmung beider Elterntiere zwingend zur Planung. Kläre die Verträglichkeit vor der Verpaarung ab; bei kritischen Kombinationen berät dich der Tierarzt zu Schutzmaßnahmen.
Erfahrung, Wesen & Genetik
Ein erfahrener, souveräner Deckkater erleichtert die Deckung erheblich — gerade bei einer jungen, erstgebärenden Kätzin, die selbst noch unsicher ist. Das Wesen ist zudem teils erblich: Achte auf einen ausgeglichenen, freundlichen, angstfreien Kater.
Prüfe außerdem den Verwandtschaftsgrad über den Stammbaum, um Inzucht zu vermeiden und die genetische Vielfalt zu erhalten. Vorhandene, gesunde Nachzucht des Katers liefert wertvolle Hinweise darauf, was er vererbt.
Der Ablauf der Deckung
Da Katzen induzierte Ovulierer sind, wird über mehrere Tage mehrfach gedeckt. Üblich ist, die Kätzin zum Kater zu bringen (in dessen gewohnter Umgebung) und beiden Zeit zur Eingewöhnung zu geben. Ein ruhiger, stressarmer Ablauf ist wichtig — Hektik und fremde Umgebung können eine Kätzin blockieren. Plane für den Deckbesuch entsprechend mehrere Tage ein.
Die Deckung fair und schriftlich regeln
- ✓Schriftliche Deckvereinbarung mit Deckgebühr und Rückdeckrecht bei Nichtträchtigkeit.
- ✓Klärung von Unterbringung und Ablauf (mehrtägiger Aufenthalt).
- ✓Offenlegung aller Gesundheits-, Gentest- und Blutgruppenergebnisse beider Tiere.
- ✓Regelung für den Fall eines sehr kleinen Wurfs oder nur eines Kittens.
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